Archiv der Kategorie: Literatur

Was so geht, wohin und die besten Grüße

Bewegung. Ich schreibe & schreibe und arbeite am dritten Gedichtband. Mein Arbeitstitel lautet „livestream & schizofrenia“ – diesmal ist es ein einziger Spaziergang von morgens bis in die Nacht. dem lyrischen Ich begegnen Charaktere und Orte, Digitalität und Analogität verschwimmen, Gedanken & Wahrnehmung fließen zusammen und selbst die Stille wird eine Stimme.

Das erste Kapitel dieses Gedichtbandes hat Robert Gaude visualisiert. Ich bin sehr dankbar für seine Arbeit und hier auf youtube ist das ganze anzuschauen: wir müssen überwunden werden – visualisiert von Robert Gaude! Dankeschön. 🖤

Weiterhin wurde ich dieses Jahr vom Haus für Poesie und von der Akademie für Lyrikkritik ausgewählt und eingeladen, um an Workshops zur europäischen Lyrik teilzunehmen und Videokritiken, sogenannte Lecture Performances zu halten. Heuteabend, 16.04.2021, findet die erste Lecture Performance statt, an der ich teilnehme und es geht auch gleich um polnische Lyrik! 🖤

Ich habe mich mit den Gedichten und poetologischen Schriften von Kacper Bartczak auseinandergesetzt und erkläre, was Kläranlagen, das Dunkle, Dialektik und Containerschiffe mit Gedichten zu tun haben. Und Memes gibts auch. Schaltet den Kanal für Poesie ein. 😀 Ab 19:30 geht es am 16.04.2021 los und ich bin mir sicher, man muss nicht pünktlich sein und kann auf dem youtubekanal nachschauen 😉

Ich hoffe, ihr haltet diese Zeit gut durch. Ich erlebe mentale Hänger und bin eher mal bedrückt, mal manisch am ackern. Was aber wichtig ist: wir sollten in Kontakt bleiben. Ich schreibe, versprochen, weiter und arbeite auf den nächsten Gedichtband hin. Es wird eh immer alles früher, als man denkt. Bis bald, bitte bleibt gesund. Ich wünsche euch allen baldige Impftermine.

🖤

fixpoetry. Ein Abschied, eine Huldigung. Keine Entschuldigung.

fixpoetry – oder: wie das Internet in die deutsche Lyrikszene Einzug hielt

Ich bin Martin Piekar, heute im Jahr 2020, 30 Jahre alt, schreibe über mein halbes Leben lang bereits Gedichte und kenne fixpoetry.com nahezu seit Beginn. Fixpoetry ist ein Feuilleton, das von Literat*innen für Literat*innen war. Künstler*innen und Rezensent*innen beschäftigen sich mit literarischen Werken. Über Rezensionen, Essays, Gedichten oder auch Illustrationen, bot die Seite täglich kulturellen Content. Ja, ich kann gar nicht ausdrücken, was das bedeutet, denn dieser Content war ein Inhalt, der genau davon lebte, dass er inhaltsstark und unabhängig war. Es gab viel Freude und auch Streit. Nach 13 Jahren nun soll die Plattform für Lyrik, Literaturkritik und -vermittlung offline gehen. Das Portal soll sich schließen, da die Begründerin keine Förderung für ihre Website bekommt.

Fixpoetry ist ein Portal und wird es bleiben. Aber was war es für ein Portal? Für mich persönlich war eine Orientierungshilfe. Es war mehr als nur ein Straßenschild, es war ein Ort, an dem Begegnung gefördert wird, es war ein Portal, weil es selbst eine Tür war, die immer offen war. Wie diese Saloontür aus den Westernfilmen. Man kann immer sehen, was dahinter vorgeht, man kann eintreten und still teilnehmen oder sich einer Runde anschließen, austauschen und diskutieren.

Das Internetfeuilleton wurde generell als kostenlos wahrgenommen, weil es keine paywall hat, doch ist die Organisation im Hintergrund keinesfalls ohne Aufwand. Es gibt den Spruch: if something is free, you are the product. Ich stimme diesem Spruch zu und doch bildet fixpoetry eine der berühmten Ausnahmen der Regel. Ich weiß gar nicht, welcher Aufwand hinter dem Portal steckte und doch weiß ich, was es bedeutet eine Literaturveranstaltung zu planen. Was heißt es dann für eine Plattform, die täglich kulturellen Inhalt veröffentlicht? Dieses Literaturportal war kostenlos und gesellschaftlich relevant, es beschäftigte sich mit der Wirkung von Literatur für die Leser*innen, die Gesellschaft, die Zeit, in der wir leben.

Ich war ein junger Dichter als ich fixpoetry kennen, schätzen und lieben lernte. Ich las Rezensionen, um herauszufinden, ob das Werk mir zusagen würde; oder: ob ein Buch, dass ich gern gelesen hatte, auch so gut ankam und vice versa. Ich lernte neue Stimmen kennen, ich nahm Kontakt zu Autor*innen auf und entdeckte die Weite des Literaturbetriebes. Sagen viele doch, gerade die Lyrikszene sei eine Sparte, die sehr familiär wäre, weil sich alle untereinander kennen würden. Doch gerade zu kleinen Szenen muss man Zugang finden. Zu schreiben heißt nicht, dass man die Dichter*innen seiner Zeit kennt. Zu schreiben heißt nicht, das man andere Schreibende kennt. Ich war naiver als jetzt und schrieb vor mich hin. Aber auf fixpoetry las ich Kolleg*innen, war einer von ihnen und war unter ihnen. Als junger Autor fand ich die Möglichkeit mich zurecht zu finden in der eigenen Zeit – und das ist, muss ich als Historiker sagen, immer die schwierigste Aufgabe für junge Menschen, denn in der Gegenwart ist nichts klar und abgeschlossen, jede Zukunft ist offen.

Ein Zeitungsfeuilleton kann das nicht bieten und ist auch ein anderer Ort der Vermittlung. Die Orientierungshilfe von fixpoetry hat mich maßgeblich geprägt und für die Zukunft fit gemacht. Und inhaltlich kann ich keinen Zweifel hegen, denn die Inhalte auf fixpoetry haben sich immer darum bemüht, dem Werk, den Leser*innen und ihren gesellschaftlichen Kontexten gerecht zu werden. Für solch ein Projekt lohnt es sich zu spenden, doch wir haben allesamt zu wenig gemacht. Vielleicht darauf vertraut, das immer alles so bleiben wird und fixpoetry immer für uns da sein wird. Und hier möchte wenigstens anerkennen, was offizielle Förderstellen nicht anerkannt haben: fixpoetry ist wichtig, Kulturvermittlung kann nicht kostenlos geschehen und die Menschen, die sich da müdetippen für uns, haben Anerkennung verdient – eine Anerkennung, wenigstens nicht Miese zu machen und mehr als bloßes Abnicken. Wir sind nicht schuld, aber wir können handeln. Konnten.

Wenn fixpoetry am Ende des Jahres 2020 schließt, geht ein Stück deutscher Kullturjournalismus verloren. Es schließt sich eine Tür für junge Autor*innen, die so niedrigschwellig war, dass sie immer offenstehen konnte. Es wird eine Lücke literarischer Rezensionen geben, die von Blogs und dem Feuilleton nicht aufgewogen werden kann. Fixpoetry war kein Hobby, sondern eine Leidenschaft, ein Dienst ohne Verdienst, ein langer Pfad der deutschen Literatur (und nicht nur dieser) nach 2000. Wo es hingeht, wissen wir nicht. Die Zukunft muss offenbleiben, kataklystische Visionen haben noch niemanden auch nur einen Schritt vorangebracht. Traurig ist es für mich zu sagen: nichts ist fix(poetry). Wer weiß. Auch wenn fixpoetry nicht fortgeführt wird, hat es so viele Stimmen und Bewusstsein geprägt, dass es nicht vergessen wird. Doch Erinnerung und Anerkennung dürfen wir nicht in eins legen. Wir müssen bereit sein unsere Zukunft zu fördern und zu schützen, wir auch.

Genießen Sie die Seite, solange sie noch online ist.

Wann, wenn nicht jetzt, ist die Zukunft zurück?

Liebe Freunde,

ich war etwas offline, dann kam die Pandemie und nun geht es so langsam weiter. Updates!

  1. Ich bin gerade aus Hausach im Schwarzwald zurück. Ich hatte dort das dreimonatige Hausacher LeseLenz-Stipendium. Ich habe drei Monate im schönen Schwarzwald verbracht, war wandern, habe Leute kennengelernt und geschrieben. Ich danke dem Hausacher LeseLenz e.V. für diese tolle Erfahrung und Möglichkeit.
  2. Ich habe (dort ^) ein Romanprojekt abgeschlossen. Es behandelt meine komplexe Familiengeschichte, ich selbst nur als Geschichte kenne, da die meisten beteiligten Tod sind und ich so nur von meiner Mutter von ihnen erfahren konnte. Meine Mutter wurde im Gulag geboren als Tochter einer polnischen AK Ärztin und eines SS-Majors. Ich bin im Roman der Geschichtenerzähler, der die Geschichte erzählt bekommt. Verlagssuche steht an.
  3. Ich bin natürlich auch am dritten Gedichtband dran: Es wird ein Spaziergang. Ich gehe sehr, sehr gerne spazieren, besonders in sozial wie politisch brenzlichen Zeiten. Es ermöglicht mir, Gedanken zu sortieren und dem Denken eine neue Bewegung zu geben. So gehen Innen & Außen, Gedanken & Begegnung, Analogie & Digitalität Hand in Hand. Ein Gedichtband = ein Spaziergang.

Weiter geht es nun endlich auch mit Lesungen!

ich lese heute, am 03.10.2020, am Tag der deutschen Einheit, in Kassel. Im Rahmen des Literaturhauses Nordhessen nehme ich mit Saskia Trebing und Philip Körmer an dem Format Spätlese teil und lese damit verbunden, mal wieder in einer Kirche. Große Freude. Dazu gibt es jede Menge Live-Musik mit dem Jules Mayfield Trio. – 03.10.2020, Kreuzkirche Kassel, Luisenstraße 13, Beginn 20:30 (Einlass 19:30). 12€/8€ erm. https://www.literaturhaus-nordhessen.de/10-lange-nacht-der-jungen-literatur-und-musikmit-saskia-trebing-martin-piekar-philip-kroemer-und-dem-jules-mayfield-trio/

Und dann darf ich zum Veranstaltungsformat OPEN BOOKS während der Frankfurter Buchmesse, am 15.20.2020 mit Christian Metz über seinen wunderbaren Essayband BEUGUNG sprechen. In diesem Essayband geht er der Dokumentationsfähigkeit und -tätigkeit zeitgenössischer Lyrik ein. 15.10.2020, 18 Uhr, Großer Hirschgraben 23-25, 60311 Frankfurt. https://www.openbooks-frankfurt.de/termin/christian-metz-mit-martin-piekar-beugung-poetik-der-dokumentation/

Ich hoffe es geht weiter, ich hoffe auf mehr Lesungen, ich hoffe.

Bis Bald

Herbst in der Region

Es ist Herbst, die Blätter fallen aus den Büchern.

Endlich les ich mal (wieder) in den Regionen meiner Jugend.

Am 14.11.2019 um 19:30 lese ich als Teil des Kollektives Salon Fluchtentier zusammen mit Ute Paul und Katrin Pitz in Oberursel in der Hohemarkstraße 18 – Kunstbühne Portstraße I – in 61440 Oberursel. Wir danken dem Verein LiteraTouren.kultur in oberursel e.V., dieser läd ein über junge Literatur und Verlage in Deutschland zu sprechen; im Hinblick auf die Eremiten-Presse, die im Ursprung aus Oberursel war und die deutsche Literaturlandschaft nachhaltig geprägt hat.  Wir lesen und diskutieren.
Eintritt: 10 Euro.

Am 15.11.2019. lese ich ab 19 Uhr in der Volkshochschule Hofheim. Um vorherige Anmeldung wird gebeten, ist aber nicht notwendig, jede Person darf spontan vorbei schauen. Ich lese alleine, habe ein ausgiebiges Programm vorbereitet und würde mich freuen für euch zu lesen und nachher noch zusammen zu sitzen.
Pfarrgasse 38
65719 Hofheim
Eintritt 5 Euro.

Ich freue mich perVers darauf!

Bis bald!

 

 

 

 

 

 

Sommerpause ist rum!

Weitergehts mit der Literatur!

 

Am 04.09.2019 gebe ich eine Schreibwerkstatt in Trier im Rahmen des Bundeswettbewerbs lyrix e.V. zum Thema Heimat(en). Es werden zeitgleich drei Werkstätten stattfinden – ich freue mich auf die Kolleg*innen Safiye Can und Bas Böttcher.

 

Am 06.09. gebe ich eine Schreibwerkstatt in Frankfurt – auch in Zusammenarbeit mit lyrix e.V. Diesmal sind wir sogar zu viert: Dominique Macri, Dalibor Markovic und Jakob Schwerdtfeger. Wir alle werden mit unterschiedliche Klassen zusammenarbeiten und ab 13:30 auf dem Goetheplatz einen Lyrik-Flash-Mob … veranstalten, abhalten, flashen? – sowas.

 

Am 09.09. findet eine neue Runde theke.texte.temperamente statt. Wir lesen zwei Bücher von der Longlist des deutschen Buchpreises und besprechen sie. Ihr findet uns an dem Abend ab 19:30 Uhr im Yachtklub – ab 20 Uhr legen wir dann los.

 

Am 11.09. lese ich zwar nicht, empfehle aber die Lesung des Salon Fluchtentiers, der Salon No. 11 ist dran! Die Lesung findet im Frankfurter Salon statt.

 

Am 14.09.2019 lese ich bei ULF – keine Sorge, jeder darf zu ulf kommen. Das Unabhängige Lesereihen Festival findet in Nürnberg statt und ich lese für die Lesereihe Land in Sicht aus Köln, große Freude! Die Lesung beginnt um 20 Uhr im Roten Salon des Z-Baus.

 

Literatur Jetzt! Heißt es in Dresden am 26.09. das Festival zeitgenössischer Literatur bringt mich mit den wundervollen Dichter*innen Marcel Beyer und Sina Klein zusammen. Ab 19 Uhr lesen wir im Zentralwerk. Ich freue mich sehr!

 

Endlich wieder Arbeit 😀 – Die Literatur schläft nicht, bald gibt’s Weiteres.